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ALLGEMEINE ANMERKUNGEN ZUR ENTNAHME







Dieser Abschnitt befasst sich mit allgemeinen Fragen zur Entnahme, gemäss FAECHER und MATERIALEN. Siehe auch die BESONDEREN ANMERKUNGEN (Indizes A bis Z des Auftragsformular).
 
 
 
 

Material Analysen Chemie Urinproben Hämatologie Bakteriologie
Stuhlproben Liquor Punktat Sperma Serologie Allergologie

 
 
 

MATERIAL und ANMERKUNGEN


  Die Hauptmaterialtypen stehen im linken Teil des diesbezüglichen eingerahmten Feldes gedruckt. Die anderen sind im rechten Teil zu notieren.
  Das Feld vor "IHRE BEMERKUNGEN", "ANDERES MATERIAL" oder "ANDERE ANALYSE" ankreuzen, um die Gefahr eines Vergessens zu vermindern.
  Die Ziffern 1 bis 9 bezeichnen die verschiedenen zu verwendenden Röhr-chen- oder Behältertypen. Vor den Feldern der verschiedenen Analysen fin-det man sie als Indizes wieder.
  Erste Ausnahme : Die mit Serum durchgeführten Analysen sind mit keinem Zahlenindex markiert.

Weitere Ausnahme : Die BAKTERIOLOGISCHEN und PARASITOLOGISCHEN Analysen sind auch nicht markiert infolge der zu grossen Anzahl verschiedener Materialien !

  Die Buchstaben A bis Z als Indizes vor den Analysenfeldern verweisen auf die BESONDEREN ANMERKUNGEN zur Entnahme.
  Im rechten Teil des eingerahmten Feldes "MATERIAL"können Sie auch IHRE administrativen, klinischen oder weiteren BEMERKUNGEN anbringen.

 
 

ANALYSEN


  Zur Entlastung dieses Formulars wurden nur die häufigsten Analysen darauf gedruckt. Für die selteneren Analysen können Sie im zweiten Teil dieses Heftes unter ANALYSENLISTE nachsehen und unter "ANDERE ANALYSEN" rechts im eingerahmten Feld "MATERIAL" notieren.
  Gewisse Analysen, zum Beispiel das vollständige Blutbild, umfassen eine Gruppe von Analysen, die auch separat angefordert werden können.

Ein Zeichen zeigt die in der Mutteranalyse enthaltenen Analysen an.

  Bei gewissen Analysen folgt rechts ein zweites Feld für Dosierung bei den URINPROBEN.
  Weitere Auskunft finden Sie unter SEROLOGIE und in der ANALYSENLISTE.

 
 

CHEMIE


  Diese Analysen werden im Prinzip im Serum durchgeführt. Wenn nicht, sich auf die Indizes (1 bis 9; A bis Z) links der anzukreuzenden Felder beziehen.

 
 

URINPROBEN



 

  Die Felder rechts der Analysenbezeichnungen sind für die Urindosierung reserviert.

SEDIMENT - BAKTERIOLOGIE


  Den ersten Morgenurin oder nach zweistündiger Retention entnehmen.
  Nach vorheriger Waschung eine Mittelstrahlentnahme (siehe infra) vornehmen lassen; bei Patientinnen besonders wichtig.
  Der Transport muss möglichst rasch erfolgen. Das Labor benachrichtigen, falls das Eintreffen des Materials ausserhalb der Öffnungszeiten vorgesehen ist.
  Zur Vermeidung einer starken Bakterienvermehrung kann die Urinprobe bis zu deren Versand ein paar Stunden im Kühlschrank gelagert werden.

TUBERKULOSE


  Den ersten Morgenurin vollständig sammeln.

CHEMIE


  Einige Bestimmungen wie Amylase oder Drogen können unabhängig von der Tageszeit im Spontanurin durchgeführt werden.
  Siehe auch Urinproben von 24 Stunden (folgende Seite) oder Entnahme während einer kürzeren Zeitspanne (4 bis 6 Stunden).

Vorgehen bei der Mittelstrahlentnahme

1. Vorgängiges Waschen der Harnöffnung und der umliegenden Gegend mit einigen mit lauwarmem Wasser befeuchteten Wattebäuschchen (kein Desinfektionsmittel verwenden !)

Die Eichel bezw. Die grossen Schamlippen stets freihalten.

2. Zu Beginn in das WC-Becken urinieren .
3. Mitten im Prozess in den Urinbecher fliessen lassen.
4. In das WC-Becken fertigurinieren.
5. Becher sofort verschliessen. 

URINPROBEN VON 24 STUNDEN


Entnahmenmodus :    
  1. Die ersten Urine des 1. Morgens wegwerfen (nicht sammeln).
  2. Dann alle Urine der folgenden 24 Stunden (einschliesslich des 2. Morgens) sammeln.
  3. Während dieser ganzen Zeit kühl und vor Licht (z.B. im Kühlschrank ) aufbewahren.
  4. Nach dem Entnahmenende den Behälter gut verschliessen und effektiven Schluss des Deckels kontrollieren, damit kein Urin während des Transportes verloren wird. Dann so rasch als möglich zur Arztpraxis oder ins Labor bringen lassen.
Urinübernahme in der Arztpraxis :  
  Die gesamte Urinmenge senden oder :
1. Kontrollieren, dass der Behälter gut verschlossen ist.
2. Durch wiederholtes Kippen durchmischen.
3. Das Urinvolumen genau bestimmen.
4. Unter Angabe des Gesamtvolumens eine Portion ins Labor bringen.

Als Sicherheitsmassnahme bis zum Resultateintreffen kann man eine zweite Portion im Kühlschrank aufbewahren.

5. Den übrigen Urin wegwerfen. Den Behälter spülen/auswaschen. Diesen als BEHÄLTER FÜR SEHR KONTAMINIERTES MATERIAL (Nadeln, usw.) aufbewahren.

 
 

HÄMATOLOGIE
 

BLUTBILD


  Diese Analysen werden in den Stunden nach der Entnahme im EDTA-Blut durch-geführt. Die Sendung ist demnach ziemlich dringend; bei Sendungen abends oder am Wochenende sicherheitshalber zur Erythrozyten + Leukozytendifferen- zierung einen Blutausstrich beifügen.

GERINNUNG


  Ausser den Thrombozyten erfolgen diese Dosierungen mit Zitratblut 1:10.
  Dank gepuffertem Zitrat 1 :10 ist die Stabilität dieser Analysen weit wirksamer als das vorige Oxalat. Um durch eine zu grosse Temperaturabweichung einen Molekülabbau zu vermindern, die Entnahme bei Zimmertemperatur(15-20 0C) aufbewahren.
  Bei den Patienten, die ein Prothrombin von circa 100% haben, gibt dieser Abbau eine Gerinnungzeitsverlängerung von ungefähr 1 % pro Stunde, das heisst eine Erniedrigung des Resultates von 1% pro Stunde.

Für antikoagulierte Patienten hat dies keine Bedeutung. 

  DURCHFÜHRUNGSFRIST FÜR EIN TP (QUICK) : < 4 Std.,

IMMUNHÄMATOLOGIE


  Für diese Analysen benötigt man Serum und rote Blutkörperchen. Man kann auch Nativblut einsenden. Die Blutgruppenbestimmung kann ebenfalls mit EDTA-Blut erfolgen.
  Bei einer eventuellen Transfusion sich der Folgen einer RÖHRCHENVERWECHSLUNG BESONDERS BEWUSST SEIN.
  Für diese Analyse ist als Kontrollmassnahme und namentlich zur Vermeidung einer Verwechslung zwischen gleichnamigen Personen das vollständige Geburtsdatum (Tag, Monat, Jahr) erforderlich.
  Von nun an werden die Blutflaschen und andern Derivativprodukte nicht mehr vom Transfusionszentrum zurückgenommen.

 
 

BAKTERIOLOGIE



 

  Sollten zwei Materialien dieselbe Anforderung von Analysen betreffen, so ist es ratsam, sie unter "ANDERE MATERIALIEN" von Hand einzutragen, um eine Verwechslung der Ergebnisse durch den Computer zu vermeiden.
  Infolge der Inkubationszeit von mindestens einer Nacht (12 - 18 Std.) zur Erlangung einer reinen Kultur, sollte man dafür sorgen, dass die Probe am selben Tag im Labor ankommt.

ABSTRICHE


  Nach erfolgter Entnahme die das flüssige Transportmedium enthaltende Ampulle aufbrechen, um das Ende des Abstrichstäbchens zu befeuchten.
  Dieses Medium bietet Gewähr für eine gute Konservierung der Probe während der zum Transport benötigten Zeit.

SPUTUM


  Dem Patienten sorgfältig erklären, dass das Material aus den tiefen Atem-wegen stammen muss. Nimmt der Speichelanteil allzu stark zu, so überdeckt des-sen Flora die des Auswurfs. 
  Bis zum Transport im Kühlschrank aufbewahren.

BLUTKULTUREN


  Zur Erreichung maximaler Sicherheit hat man nun eine neue Methode eingeführt. Das Blut wird in zwei Flaschen, eine für die Aerobier und die andere für die Anaerobier, untersucht, und in einem speziellen Brutschrank inkubiert. Eine positive Kultur braucht 4 bis 8 Stunden.

URINPROBEN


  Siehe unter URINPROBEN (SEDIMENT und TUBERKULOSE).
  Der Uricult erfordert eine Neuansetzung der Kultur (von der Gelose aus), da-mit die Resistenzprüfung mit einer reinen Kultur erstellt werden kann.

Siehe auch LIQUOR, PUNKTAT.
 
 

DNS-SONDEN

  Diese Methode ist zugleich empfindlich und spezifisch .
  Mit dieser Methode ist es jedoch nicht möglich, eine Kultur für ein Antibiogramm zu erhalten. Ist ein solches erwünscht, so soll man auch einen Abstrich für die Bakteriologie vornehmen.

Bei Frauen :

1. Mit dem ersten Stäbchen den übermässigen Schleim entfernen.
2. Mit dem zweiten, 1-1,5 cm durch Drehung in der Cervix entnehmen.
3. Das Stäbchen ins Röhrchen schieben und abschneiden. Das Röhrchen gut verschliessen. (siehe besondere Anmerkungen)
  Bei Männern :
1. Das Stäbchen 2 - 4 cm in die Harnröhre einführen.
2. Das Stäbchen während ein paar Sekunden sachte umdrehen .
3. Das Stäbchen ins Röhrchen schieben und abschneiden. Das Röhrchen gut verschliessen*.
*GONO: Wenn möglich, vorzugsweise den Eiter entnehmen

 
 

STUHLPROBEN



 

  Verdauung, okkultes Blut, Fäkalienfette : siehe BESONDERE ANMERKUNGEN.

ENTNAHME-KIT


  Der Entnahme-Kit enthält 2 Röhrchen mit je einem am Verschluss verfestigten Entnahmespatel, sowie eine illustrierte Gebrauchsanleitung.
  Das leere Röhrchen ist für bakteriologische, chemische und mikroskopische sowie gewisse parasitologische Untersuchungen bestimmt.
  Das zweite Röhrchen dient zur Parasitologie und enthält SAF (Sodium-Aceta-te-Formol). Im Vergleich zum früher verwendeten MIF ist SAF viel weniger toxisch, besser konservierbar und je nach betrachteter Spezies analytisch besser oder gleichgültig .
  Zur Entnahme SYSTEMATISCH BEIDE RÖHRCHEN verwenden, um sicher zu sein, dass wir das richtige Material bekommen.

Den Patienten auf die in der Anleitung angegebene Reihenfolge der Entnahme AUFMERKSAM MACHEN (LEER, dann SAF), um eine Kontamination des ersten Röhrchens mit dem zweiten zu vermeiden. Die bakteriologische Prüfung wäre nicht mehr möglich.

BAKTERIOLOGIE (Stuhlproben)


  Ausser besonderen Fällen (z. B. Kontrolle nach Behandlung) werden die Stuhl-proben auf Campylobacter, Salmonella, Shigella und Yersinia untersucht.
  Bei Verdacht auf andere Keime bitte genau angeben.
  Eine mikroskopische Untersuchung, namentlich zum Nachweis von Leukozyten, wird ebenfalls systematisch durchgeführt.

PARASITOLOGIE


  Bei einem befallenen Patienten schwankt die Probabilität, den Parasiten auf Grund einer einzigen Untersuchung nachzuweisen, je nach Spezies zwischen 60 und 80 % (siehe hinunter).
  Auf Grund der verschiedenen klinischen Daten sollte sogar eine zweite, bezw. eine dritte Entnahme vorgesehen werden, um eine Parasitose über 90% bezw. 95% mitSicherheit auszuschliessen.

BEI ABWECHSELND DURCHFALL UND VERSTOPFUNG VORZUGSWEISE EINE DIARRHÖISCHE STUHLPROBE ENTNEHMEN.
 
 
 

WAHRSCHEINLICHKEIT DES PARASITENNACHWEISES IM VERHÄLTNIS ZUR UNTERSUCHUNGSANZAHL 1
 
 
 

Organismus 1 x 2 x 3 x 2
       
AMÖBEN (E. histolytica) 60 % 77 % 94 %
Giarda intestinalis 75 % 93 % 98 %
SPULWÜRMER (Trichuris)

(Ascaris)

90 % 96 % 99,9 %
LARVEN (Strongyloïdes)3

(Ankylostomes) 3

75 % 90 % 98 %
OXYUREN 4 1 % 1 % 1 % !
1 Nach MARTI und KOELLA (Basel,Zürich). Untersuchungen in SAF (N=3x1’869 Patienten) und Analyse der Resultate mittels eines mathematischen Modells. Spulwürmer sind leichter nachzuweisen und ihre Exkretion ist gleichmässiger.
2 Kehrt man diese Zahlen um, so erhält man die Prozente falsch negativer Resultate.
3 Je nachdem, ob für Larven ein Konzentrationsverfahren verwendet wird oder nicht, können die Werte recht beträchtlich schwanken.
4 Mit andern Worten : der Nachweis von Oxyureneiern im Stuhl ist zufällig. Einen "Scotch-Test" durchführen (siehe ANALYSENLISTE).

 
 

LIQUOR



 

Bei geringer Stoffmenge kann die Prioritätanordnung entweder durch Numerie-rung der betreffenden Analysen oder durch eine Anmerkung auf der Rückseite angegeben werden.

 
 

PUNKTAT


  Dem Labor 2 RÖHRCHEN zustellen :
- Das erste steril und ohne Anticoagulans zur Kristallbeobachtung und für eventuelle chemische oder bakteriologische Dosierungen.
- Das zweite, mit EDTA, ist zur Zellenbeobachtung vorgesehen.

 
 

SPERMA


  Es ist unterlässlich, zuerst mit dem Labor Kontakt aufzunehmen.
  Die Samenentnahme erfolgt durch Masturbation nach 4 bis 5tägiger Enthaltsam-keit.
  Keine Kondome verwenden, da sie Spermizide enthalten können.
  Entnahme morgens um etwa 7.30 ; Transport ins Labor innert 45 Minuten.

 
 

SEROLOGIE



 
 

  Diese Analysen erfolgen natürlich mit Serum; sie bestehen darin, Antikörper gegen das eine oder andere Infektionsagens zu dosieren : Antikörper total, IgG, IgM oder IgA.
  Je nach Erscheinungskinetik der Antikörperart, deren Persistenz im Patientenserum und auch der Empfindlichkeit und der Spezifizität der verfügbaren Methoden, werden wir oft veranlasst, zur Bestimmung, ob es tatsächlich um den für die in Betracht gezogene Erkrankung verantwortlichen Keim handelt , mehrere Tests durchzuführen.
  Dieses Vorgehen vermindert, beseitigt jedoch nicht, die Anzahl der Fälle, in denen die Analyse zwei oder drei Wochen später wiederholt werden muss. Daher bewahren wir diese Seren bis zu 3 Monaten in unserer Serothek auf, um gegebenenfalls die beiden Proben parallel untersuchen zu können.
  Ein solches Vorgehen verbessert den Nachweis der spezifischen Antikörpervermehrung im Serum der Patienten.

 Siehe : SCHWANGERSCHAFTSSEROLOGIE, HEPATITIS, PARASITEN
 

INFEKTIONSSEROLOGIE

  Die verschiedenen Infektionserreger sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt, wobei jede Analyse einzeln angefordert werden kann (Punkt 1. Auf dem Auftragsformular).
  Die Symptome und Rufzeichen der Infektionskrankheiten können je nach Fall mehr oder weniger mannigfaltig, krankheitskennzeichnend oder intensiv sein - oder sogar fehlen.
  Daher ist diese Liste von Infektionserregern in Beziehung zu verschiedenen und geläufigsten Erkrankungen als RASTER dargestellt.
  Jede Erkrankung führt zu 2 Analysengruppen : Gruppe I, in schattierten Feldern, und Gruppe II, in leeren Feldern.

Die schattierten oder leeren schwarzen Felder im Raster geben den Inhalt jeder Gruppe an (siehe auch ANALYSENLISTE). In den Klammern stehen andere erwägbare Optionen.

  Man kann entweder eine der beiden Gruppen der erwogenen Erkrankung ankreuzen (Punkt 2. auf dem Blatt) oder diese lediglich unterstreichen (Punkt 3. auf dem Blatt). In diesem letzteren Fall beginnen wir mit der Gruppe I; bleibt sie negativ, so gehen wir zur Gruppe II über.

 
 

ALLERGOLOGIE



 

  Die verschiedenen Allergietests werden mit dem Cap-System durchgeführt, einem Verfahren dessen Träger im Gegensatz zum herkömmlichen RAST eine dreidimensionale Matrix ist. Somit kann die Empfindlichkeit des Tests bei gleichleibender Spezifizität gesteigert werden. Das Verfahren ist auch normiert, was die Wiedergabe der Ergebnisse in Ul/l erlaubt.
  Das Spezialblatt "ALLERGIE" hat als Mittelpunkt ein Entscheidungsdiagramm. Dadurch kann die analytische Untersuchung auf der entsprechenden klinischen Klarheitsebene angegangen werden.
  Bedingte Aufträge 1 mid 2 : Siehe Allergie-Auftragsformular. 
  Auf der Rückseite des Blatts sind die Hauptallergene aufgeführt.

 

ZUSATZLISTE SELTENERER ALLERGENE.



 
 
 
 

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